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Unterabschnitte

3. Das ISO/OSI-Referenzmodell

Das ISO/OSI-Referenzmodell (reference model for open systems interconnection of the international organization for standardization) teilt Netzwerkverbindungen in 7 logische Schichten ein, die jeweils eine eigene Aufgabe übernehmen.

1. Die 7 Schichten

1. Schicht 1: Bitübertragungsschicht (physical layer)

Hier wird die physikalische Übertragung (elektrisch sowie mechanisch) definiert: das Medium (Kabel, Funk, Infrarot), die gesendeten Signale, ...

2. Schicht 2: Sicherungsschicht (data link layer)

(auch Verbindungsschicht oder MAC-Layer) Hier werden die Daten in einzelne Rahmen aufgeteilt und gesichert übertragen. Beispiele für diese Schicht sind PPP, SLIP und HDLC.

3. Schicht 3: Netzwerkschicht (network layer)

(auch Vermittlungsschicht) Zentrale Aufgabe ist bie Bestimmung eines optimalen Weges durch ein Netzwerk. Ein wichtiges Protokoll auf dieser Ebene ist IP (siehe Abschnitt 4).

4. Schicht 4: Transportschicht (transport layer)

Diese Schicht stellt einen gesicherten Kanal zwischen zwei Stationen her, so daß die Daten einfach seriell geschrieben bzw. gelesen werden können. Auf dieser Ebene ist das TCP (siehe Abschnitt 5) zu finden.

5. Schicht 5: Sitzungsschicht (session layer)

(auch Kommunikationssteuerungsschicht) Diese Schicht synchronisiert das Zusammenspiel mehrerer Stationen. Es wird beispielsweise festgelegt, wie eine Sitzung zeitlich abzulaufen hat (Aufforderung zum Senden eines Passwortes, Senden des Passwortes, Bestätigung des Passwortes, ...).

6. Schicht 6: Darstellungsschicht (presentation layer)

Hier werden die Daten auf in ein einheitliches Format transformiert, zum Beispiel durch Alphabetumwandlungen oder Datenkompression. An dieser Stelle gehen oft die Umlaute verloren (8 bit -> 7 bit).

7. Schicht 7: Anwendungsschicht (application layer)

Diese Schicht beschreibt die Schnittstelle, über die Anwendungen auf Dienste eines anderen Systems zugreifen können.

2. Die Bedeutung des Schichtenmodells

Jede Schicht kommuniziert mit der entsprechenden Schicht auf dem anderen System (logischer Datenfluß), indem es Daten entweder an die darüber- oder darunterliegende Schicht weiterleitet (physikalischer Datenfluß). Jede Schicht braucht nur 3 Dinge zu wissen:

Wenn die Schicht 5 ihre Daten an Schicht 4 übergeben hat, wartet sie, bis die Schicht 4 die Antwort der Schicht 5 des anderen Systems ,,hochreicht``. Wie diese Nachricht auf das andere System kommt, ist Sache der Schicht 4, die sich wiederum nur mit Schicht 3 in Verbindung setzt, usw. Der wirkliche Datenaustausch findet nur auf Schicht 1 statt.

Durch dieses Verfahren sind höheren Schichten völlig unabhängig von den physikalischen Gegebenheiten (Funknetz, Glasfaser, ...). Andersherum können über eine funktionierende physikalische Verbindung (Schicht 1) alle Arten von Daten und Protokollen (höhere Schichten) benutzt werden.


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Christian Garbs [Master Mitch]
2000-04-24