Heute hab ich mein Fahrrad zur Inspektion gebracht.
"Wenn das fertig ist, schickt unser Auftragssystem automatisch eine SMS raus. Haben Sie ein Handy?"
Standardantwort wie aus der Pistole geschossen: "Ja, aber das ist immer aus. Sie können die SMS aber an meinen Festnetzanschluss schicken, das sehe ich dann auch."
Auf dem Heimweg mit dem geliehenen Rad dann der Gedankenblitz: Toll, ich kann von der Arbeit jetzt erst nach Hause fahren, gucken, ob ich eine SMS bekommen habe und wenn ja, dann wieder zurück in die Stadt radeln und mein Rad abholen.
Ganz großes Kino. Ich sollte "dann mache ich das Handy halt mal an" laut vor dem Spiegel üben.
An meinem neuen Rad hatte ja das Vorderlicht direkt nach dem Kauf scheppernde Geräusche gemacht, worauf ich gleich nochmal zum Laden bin, die haben es untersucht und dabei leider zerstört (ist nicht wirklich zum Ein- und Ausbau gedacht, diese Plastikkonstruktion), haben es aber gleich anstandslos vor Ort komplett ausgetauscht (heilige Schrauberei, sind diese Kabel blöd verlegt).
So weit so gut. Immerhin war das Scheppern weg und ich hatte kostenlos eine neue Leuchte.
Bei der nächsten Nachtfahrt fiel mir dann auf, dass das Standlicht nicht ging. So ein Mist, frisch getauscht und schon kaputt. War mir aber egal, nochmal hätte es das nicht kostenlos getauscht gegeben und eigentlich war mir Standlicht eh egal. Lieber mal ordentlich (teuer, sowas!) Geld in die Hand nehmen und eine schöne LED-Leuchte vorne dran.
Jetzt stand ich also bei der Inspektion und auf die Frage "bekannte Probleme?" sagte ich "ja, Standlicht vorne kaputt, war schon mal gewechselt worden, ist mir aber egal, kann so bleiben". Dafür wollte ich halt kein Geld ausgeben.
Antwort: "Äh, das ist gar keine Leuchte mit Standlicht. Da haben die Kollegen wohl was falsches eingebaut."
Hätten sie jetzt anstandslos wieder durch Standlicht ersetzt, aber ich habe jetzt für den Differenzbetrag zwischen der wieder einzubauenden Ursprungsleuchte und einer LED-Leuchte den Auftrag zur LED-Aufrüstung gegeben. Lieber hell fahren als sanft erleuchtet stehen. Und LED für kleines Geld? Sofort!
Dass er mir da mit dem Preis gleich flexibel entgegen kam, war toll - so gefällt mir der Laden. Leihfahrrad gab's auch vollkommen problemlos, ist wohl Inspektionsfestpreis mit drin. Ich war wegen der Leuchte so guter Laune, mir war sogar egal, dass der Computer auf der Rechnung einen Euro mehr für die Inspektion ausgegeben hat, als auf den Werbeplakaten an der Wand steht. Ich hab bei der LED-Leuchte genug gespart, hab ja quasi mein altes Licht zum Einkaufskurs in Zahlung gegeben.
Und der Kunde vor mir hat wie wild über das Unternehmen geschimpft und den Laden aufgehalten - das kann zumindest ich nicht nachvollziehen.

Letzten Samstag bin ich einfach mal so losgestiefelt und habe mir ein neues Fahrrad gekauft. Das alte hat trotz einiger Reparaturen immer geklappert und gescheppert und der Dynamo bei jedem Regen keine Lust gehabt, das hat mich tierisch genervt. Sehr untypisch für mich habe ich nicht monatelang vorher Angebote verglichen, das Internet abgegrast, Fachzeitschriften gewälzt und dann doch nichts gekauft, sondern bin einfach in den nächstbesten Laden (Empfehlung meines Vaters, da hat er sein letztes Rad auch her), habe mich doof gestellt und beraten lassen und das war es dann. Am besten mal auf das Bild klicken, da sind einige Notizen hinterlegt.
Das Rad war seit dem ersten Aufsitzen sehr bequem, aber bei einigen Details muss ich mich doch ein wenig umgewöhnen: - Rücktrittbremse - das ist lange her, das ich sowas hatte
- Die Schaltung ist "andersrum" - ich schalte momentan immer runter, wenn ich hochschalten will und andersrum
- Nabenschaltung - ist auch länger her, dass mein eigenes Rad sowas hatte
- Die Fußhaltung! Ich habe bisher immer das Längsgewölbe meines Fußes auf der Pedale platziert und hatte damit kein Problem. Aktuelle Fahrräder haben aber das Tretlager weiter vorne und ich ballere mit meinen langen Latschen beim Lenken immer an das Vorderrad - ungut! Aber die Ballen auf die Pedale zu setzen, soll wohl sowieso richtiger sein, also gewöhne ich mir das mal an.
- Federgabel hatte ich ja schon, aber jetzt habe ich auch eine Feder unterm Arsch. Ist aber erstmal nicht sonderlich relevant, weil die so straff eingestellt ist, dass man sie auch weglassen hätte können.
- Nabendynamo: Ich merke beim Treten nicht, ob der Dynamo an oder aus ist. Früher musste ich für Licht immer spürbar doller treten. Und Krach macht er auch keinen!
Ach ja: Und Licht auch bei Regen! - Standlich - tolle Erfindung! Jetzt mache ich im Keller gar kein Licht mehr an, wenn ich das Fahrrad reinschiebe und stehe dann in absoluter Finsternis, wenn ich die Kellertür hinter mir geschlossen habe... Komisch im Handling: Das Standlicht kann man nicht ausschalten, das leuchtet, bis es alle ist. So neumodischer Krams würde TKKG bestimmt die eine oder andere Beschattung versauern.
- Und das allerwichtigste: Nichts klappert und rasselt und sonstwas. Ich hab schon beinahe eine Katze überfahren, weil die mich nicht bemerkt hat.
 Doch so nackig ist ein neues Rad zu nichts zu gebrauchen. Erstmal muss ein Fahrradkorb her, damit ich meinen Rucksack auf dem Weg zur Arbeit unterbringen kann. Es zeigte sich, dass alle im Laden angebotenen Körbe zu klein waren - gut, dass ich meinen Rucksack zum Testen mithatte. Also hab ich meinen alten, zerbeulten Korb umgeschraubt. Aber selbst damit wäre das Rad noch zu sportlich gewesen, also hab ich mich spontan für einen zweiten, abnehmbaren Korb für den Lenker entschieden. Da kann dann meine Fotoausrüstung während der Fahrt rein.
Und weil das noch nicht genug war, habe ich diesen Sonntag mein Fahrrad fertig gepimpt: Körbe drangeschraubt, das alte Schloss drangeschraubt, Galionsfigur (wie verträgt ein Stofftier eigentlich "Draußensein" und "Regen"?) und an die kratzerbedrohten Stellen am Rahmen erstmal hässliches graues Panzerband gepappt. So sieht das Teil wenigstens nicht mehr brandneu aus und wird mir hoffentlich ein wenig länger nicht geklaut.
So mag ich das Rad, das macht einfach Spaß! (Auch hier wieder Notizen im Foto.)
Am Dienstag ist es wieder über mich gekommen: Da ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin, war nichts mit singen. Also hab ich zum Zeitvertrieb wahllos nachgedacht. Ergebnis: Ich muss mal wieder was kleines sinnloses programmieren, ich hab noch nie einen Ascii-Art-Konverter geschrieben und Perl-Golfen könnte ich auch mal wieder. Abends hab ich das dann umgesetzt und Zeichen um Zeichen hart gekämpft, bis das Ergebnis auf Signaturgröße geschrumpft war (genauer gesagt habe ich sogar 16 Zeichen übrig, das reicht, um meine Mailadresse noch unterzubringen). Da ich bisher noch keine Postings nach de.comp.lang.perl.misc abgesetzt habe, wo ich das Ergebnis in meiner Signatur spazieren führen könnte, reibe ich es euch jetzt hier unter die Nase. Tadaa: ($a,$b,$c)=localtime time;sub a{int(31+sin($_[0]/57)*$_[1]).int(#mitch@cgarbs.de 31-cos($_[0]/57)*$_[1])}for(3..50){$i{a($b*6,$_/3)}++;$i{a($c*30%360+$b/2,$_/5)} ++}for(0..359){$i{a($_,19)}++;$i{a($_,16)}++if!($_%30)}for$y(6..26){for(11..52){ print((' ','"','o','8')[(exists$i{$_.$y*2})*2+exists$i{$_.($y*2-1)}])}print"\n"}
Das zu bauen hat Spaß gemacht. Richtig Spaß! Ich kann verstehen, warum meine Mutter sich Sorgen um die Produktion zukünftiger Erben meinerseits macht...
So eine Scheiße. Da komme ich gestern Nacht vom Fotografieren zurück und es macht einmal laut "Knack" vom Hinterrad. Sofortiges Absteigen offenbart: Das Hinterrad sitzt schief und schleift. Auf die Schnelle war da nichts zu machen, zum Glück war unweit eine Bushaltestelle, von der ich entspannt nach Hause kam. Das Rad musste zurückbleiben. Merke: Rad nicht hinter einer Bushaltestelle parken, da sieht es jeder. Irgendwer wollte heute Nacht damit wohl noch weg, morgens stand es nicht mehr, sondern lag im Gebüsch und ich habe jetzt eine Delle im Fahrradkorb. Na ja, hätte schlimmer kommen können. Und es kam: Heute morgen habe ich das Rad per Auto abgeholt (hui, es passt in meinen Kofferraum!) und erstmal untersucht. Der Fehler war leicht zu finden: Beim Ausbau des Hinterrades (um mal zu gucken, was los ist, außerdem zeigte sich heute morgen ein Platter) purzelte mir die Achse in zwei Teilen gefolgt von ein paar Kugellagerkugeln entgegen. Das erklärt den Schiefstand des Rades hinreichend. Da habe ich die nächste Woche ja was zu tun.
Narf, mein alter Mantel löst sich auf. Zumindest partiell. Dachte ich. Also flugs kurz vor Toresschluss einen neuen besorgt und ab in den Keller zum Schrauben. Ergebnis: 1:0 fürs Fahrrad. Erstmal kann ich jetzt den Keller putzen, da ich mal "ein wenig" Dreck unter dem Schutzblech rausgekratzt habe, als das Rad draußen war. Alternativ könnte ich jetzt wohl auch Kartoffeln anbauen. Dann war der Mantel wohl doch noch nicht so kaputt, wie ich dachte. Er ließ sich nur unter äußersten Mühen entfernen - das waren mindestens zehn Minuten zähen Ringens. Kurz, bevor er dann nachgab, ließ er mich nochmal nett in den Schlauch abrutschen, so dass ich feststellen konnte, dass ich weder Flickzeug noch einen neuen Schlauch im Hause habe. Na ja, Lust hatte ich eh keine mehr und das war der ideale Zeitpunkt für die Halbzeitpause. Also erstmal Flickzeug besorgen (war nur ein kleines Loch), nach Möglichkeit eines dieser Mantelabziehwerkzeuge gleich dazu und mich ab unter die Dusche. Jetzt muss ich zwar weiterhin mit dem Auto fahren, aber ich hoffe, dass die Rückrunde noch diese Woche ausgetragen wird.
Boah ey! Der dritte Advent ist rum und langsam wird es Herbst. Ich hatte eben derartigen Nebel, dass ich mich frage, ob es für Fahrräder eigentlich auch Nebelscheinwerfer gibt. Im Kegel meiner Frontlampe sah ich nur noch eine weiß-gräuliche, fast undurchsichtige Wand - und außerhalb des Lichtkegels war alles stockdunkel. Gut, dass ich den Weg kenne. Wenn die Bodentemperaturen heute auf 0 Grad gefallen wären, dann hätte es hier das totale Verkehrschaos gegeben... Interessanterweise dämpft so dicker Nebel fast alle Geräusche - da kann man sich dann vorstellen, dass schon Schnee liegt und das ist ja auch was tolles.
Endlich mal wieder Zeit für eine Radtour. Und heute lohnte sich das das ganz besonders, weil im Gegensatz zu gestern die Sonne wieder da ist. Herrlich. Meine letzte Tour ist schon Monate her, immer keine Zeit gehabt... Da bei so einem Wetter hier in der Gegend natürlich massig was los ist (heute war vermutlich wieder partnerschaftlicher Nebeneinanderherfahrtag), kam auch mal seit langem wieder meine Klingel zum Einsatz. Was sie mit sofortiger Zerstörung quittiert hat (Feder gerissen). Irgendwas ist ja immer. Das Ergebnis war, dass ich 90% der Strecke jede Unebenheit akustisch signalisiert bekam. Schlimmer als auf jeder Con... Ziel der Tour war das Wasserschloss in Rinkerode (natürlich mit ein paar Umwegen und Schleifen, sonst lohnt sich das ja nicht) in der Absicht, da mal ein paar Fotos zu machen. War aber total langweilig und klein der Schuppen, nichts mit Fotos. Dafür habe ich etwas weiter dann doch ein interessantes Motiv finden können:
Heute 0,5cm Schneematsch, der teure neue Dynamo hat sich bewährt: nicht das geringste Zuckeln oder Flackern, stattdessen schönes, helles Licht. Fein, das. Seit ich mich im Dezember auf der Eispfütze langgemacht habe, radele ich bei rutschigem oder nassem Wetter ziemlich verkrampft. Das gefällt mir nicht und ich will eigentlich wieder entspannt wie früher fahren - aber andererseits: Wer weiß, ob mich nicht genau das jetzt bereits vor weiteren Stürzen bewahrt hat?
Was für tolles Radfahrwetter! Kein Schnee und Eis mehr. Wären [Mütze; Schal; Jacke; Handschuhe] nicht gewesen, dann hätten mich [strahlende Sonne; blauer Himmen; lautes Gevögele] heute morgen denken lassen, dass bereits Sommer wäre. Bei der ganzen Begeisterung habe ich natürlich meinen neuen Helm liegenlassen. Zum Ausgleich bin ich dann heute abend zu Japanisch auch mit dem Rad gefahren, diesmal korrekt verhütet. Das Ding stört nicht und man merkt es kaum, das ist der weiteren Benutzungsrate sehr zuträglich. In releated news: Der neue Dynamo funktioniert prima. Die nicht eingestellte Schaltung eher weniger. Dreimal stand ich mit abgesprungener Kette an einer Ampel...
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