Der Film ist super, aber ich bekomme meine Gedanken momentan nicht richtig sortiert. Dieser Blog-Eintrag kann dem ganzen einfach nicht gerecht werden...
...also versuche ich es auch gar nicht! Vielleicht schaffe ich es ja, das schlechteste (aber wohlgemerkt nicht negative) Review zu
Howl zu schreiben.
Weil ich mich nicht sortiert bekomme: Dann eben unsortiert. Und falls da doch aus Versehen etwas Sortierung sein sollte, so will ich die durch Fußnotentechnik verwischen. Yay!
Vorneweg ein Zitat:
Calzifer rockt. Das ist schon mal eine halbe Inhaltsangabe. Weitere Themen, die im Film behandelt werden, könnte man stichpunktartig so zusammenfassen:
- Liebe
- Männer-WGs
- Krieg (wie immer: Rot gegen Blau)
- Alter, Schönheit und die Kombination daraus: Vergänglichkeit[1]
- Dazu gibt es ein spannendes Hochgeschwindigkeitswettrennen zweier schwitzender Omas. Sowas sieht man auch selten.
Das ist natürlich alles nicht richtig gelogen, aber auch nicht wirklich beschreibend. Dafür könnte es lustig zu lesen sein und es spoilert nicht übermäßig.
Auf zu weiteren unsortierten Einzelpunkten:
Für die Lacher sorgen hauptsächlich
Calzifer und
Hin. Letzterer erinntert mich irgendwie stark an
Muttley.
Hin ist übrigens der lautmalerischste Name, der mir in letzter Zeit über den Weg gelaufen ist.
Ein Hingucker waren die Charakterwandlungen[2], teils sehr offenkundig, manchmal eher subtil. Das ist interessant und nach einiger Zeit habe ich drauf vermehrt geachtet, was mich den Film intensiver hat verfolgen lassen.
Howl ist kein Kinderfilm (wohl aber ein Märchen). Als Grund dafür sehe ich die allgemeine Handlung, die u.a. gegen Ende recht komplex wird und nicht so einfach zu verfolgen ist. Ich meine das nicht, weil es einige dunkle und wohl auch gruselige Szenen gibt (vereinzelt haben Kinder im Publikum geheult - vielleicht mussten die aber auch nur aufs Klo?). Auch in
Bambi ist IIRC jemand gestorben, etwas bedrohliches und böses darf auch mal in Kinderfilmen vorkommen.
Die dargestellte Welt war interessant, besonders die Einarbeitung der Magie. Es war irgendwie alles stimmig und in sich passend, die Magie hatte Grenzen und Beschränkungen und schien gegebenen Regeln zu gehorchen. Dazu gab es das gewohnte Mechadesign, welches wieder mal überzeugt hat.
Die dargestellte Umgebung sah sehr europäisch aus. Der Hutmacherladen hatte ein Schild "Hatter's" im Fenster und irgendwo hing ein Kriegsbegeisterungsplakat mit der Aufschrift "Mut & Willenskraft" (ja, wirklich, in deutsch!) an der Wand. Ich stehe bei Anime und Manga eigentlich eher auf die Darstellung von "typisch" japanischer Landschaft - Hügel, Wälder, kleine Tempel - aber vermutlich ist ein wenig Abwechslung nicht das Schlechteste.
Gegen Ende wurde der Film etwas abgespaced und durchgedreht. Trotzdem blieb alles stimmig und passend (Respekt!), man musste sich nur ein wenig anstrengen, um dem ganzen zu folgen.
OmU gibt es ihn aktuell wohl nur in Düsseldorf zu sehen, aber so weit weg ist das ja nicht[3]. Vielleicht sehe ich den Dub nochmal, nach dem, was man so hört, ist er nach einer kurzen Eingewöhungsphase ziemlich gut. Die japanischen DVDs werden natürlich bestellt, sind aber noch nicht erschienen.
Fazit:
Ein super Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Hingehen, noch läuft er und sollte einfach zu finden sein.
[1] Viele Ghiblis haben ein mehr oder weniger markantes Thema (
Tonari no Yamada-kun z.B. die Familie). Bei diesem Film würde ich dieses Thema sehen - es ist nur nicht so prägnant wie bei bei Yamada-kun.
[2] Das kann man am ehesten mit den Erzählebenenwechseln in
Millennium Actress vergleichen. Aber wie so oft: Vergleiche hinken.
[3] Die Untertitel waren recht tief (der rechte Teil der Zeile ragte etwas aus dem sichtbaren Bereich heraus) und ich hatte Angst, zu weit vorne zu sitzen. Nach kurzer Eingewöhnung ging es aber vollkommen problemlos und ohne große Ablenkungen vom Bild. Ständiges Subtitle-Training muss sich ja mal auszahlen.