Nachdem ich den Morgen meines Aufenthaltstages mit einem Spaziergang durch den Kurpark (da kann man sich auch ein wenig mit Fotografieren aufhalten), dem Essen eines Eises und der Besorgung von Postkarten verbracht hatte, stand am Nachmittag der Besuch der
Bali-Therme auf dem Programm. Sie wurde mir im Vorfeld von
dem Saunaexperten nebenan ans Herz gelegt. Um es vorweg zu nehmen: Er hat nicht zu viel versprochen.
Praktischerweise kann man sich vor Ort Saunahandtücher und Bademantel ausleihen - das sind Sachen, die ich nun nicht umbedingt 220km mit dem Fahrrad durch die Gegend karren wollte. Da die Bali-There direkt am Südende des Kurparks liegt - wie auch mein Hotel - war ich nach 3 Minuten Fußmarsch (nicht überdacht!) dort. Schneller geht's nun wirklich nicht.
Es handelt sich ja um ein kombiniertes (Heil-)Bad mit Sauna. Entweder holt man sich nur eine Karte für den Schwimmbereich oder eine kombinierte Karte für Schwimmbereich und Sauna.
Den Schwimmbereich kann man getrost vergessen. Es taugt weder zum Spielen (keine Rutsche) noch zum Schwimmen (kein 50m-Becken, nur so ein komischer runder Rentnerauslauf im Garten, wo aber an echtes Schwimmen auch nicht zu denken ist, dafür müsste man alle anderen Badegäste rausschmeißen - und selbst dann wäre das zu klein). Das besonders eisenhaltige Heilwasser konnte mich auch nicht locken.
So enttäuschend der Badebereich war, so genial war der Saunabereich.
Ein großer Teil des Innenbereiches (inklusive der Toiletten) war gerade nicht benutzbar, weil das edle Fußbodenholz frisch geölt worden war, aber das störte ob des guten Wetters nicht.
Der Saunabereich erstreckt sich über zwei Etagen, einen obenliegenden Innenpool, um den man drumherum sitzen kann (das hat was vom Atrium eines alten römischen Hauses - aber die hatten glaube ich keinen Swimmingpool...), den Gartenbereich (den ich aufgrund meines Sonnenbrandes nur im Schatten benutzen konnte) und einen zweiten Wasserbereich im Garten.
Wieviele Saunen es insgesamt gibt, weiß ich gar nicht, ich habe nur vier oder fünf davon besucht, dann habe ich einen Grund, nochmal wiederzukommen :-) Erdsauna, Blockhaussauna, Salzsauna, Aufgusssauna, Kristallsauna, Dampfsauna, ..., ..., ... ... .
Praktischerweise hatte ich ein Buch dabei, konnte also die Zeit zwischen den Gängen schön entspannen - wenn ich nicht gerade am wegpennen war.
Meine Lieblingssauna war die Salzsauna - nachdem ich im dritten Anlauf dann auch verstanden habe, warum die so heißt: Da soll man sich nämlich während des Saunaganges mit Salz ein- und abreiben. Jetzt weiß ich, was Peeling ist und warum das toll ist. Das will ich gerne mal wiederholen!
Außerdem habe ich meine ersten professionellen Aufgüsse erlebt. Die finden ungefähr alle halbe Stunde statt, jeweils in einer anderen Sauna, da gibt es einen richten Programmaushang, an dem man sich orientieren kann. Der erste war "Summer Fresh": Trockenaufguss mit japanischem Heilpflanzenöl. Zwischendurch wurde man mit JHP in kaltem Wasser bespritzt - das war genial.
Der zweite Aufguss war dann mit Melone - inklusive einer kleinen Pause mit Obstverzehr. Toll, aber das kam an den "Summer Fresh" nicht ran. Ich bin ja sowieso ein JHP-Fan, was Sauna und selbstgemachte Aufgüsse (Motto: viel hilft viel) angeht...
Mannomann, viereinhalb Stunden lang nur nackte Leute und ich ohne Brille :-)