Gerastet habe ich in Bad Oeynhausen im Golden Tulip. Das steht da, wo wohl vorher das Mercure gestanden hat: direkt am Kurpark - lange kann die Umfirmierung bzw. der Aufkauf noch nicht her sein. Über einen glasüberdachten Gang ist es mit dem Kaiserpalais verbunden. Leider ist im Kaiserpalais nicht wie geplant die Bali-Therme, sondern das GOP untergebracht, so dass mein einziger Hotelaussuchgrund gar keiner war. Da ich nämlich dachte, dass ich vom Hotel aus direkt in die Therme (die mir empfohlen wurde und so das Tagesprogramm für den Ausruh-Tag darstellte) durchgehen konnte, habe ich mich gar nicht erst nach anderen Hotels umgeguckt. Ich kann jetzt also nicht beurteilen, ob die knapp 100€ pro Nacht für Bad Oeynhausen im Rahmen liegen oder nicht - ich kann das nur mit anderen mir bekannten Übernachtungen vergleichen.
Zuerst mal die guten Dinge:
- für das Geld gab es ein riesiges Zimmer
- ich hatte eine eigene Badewanne!
Weniger gefallen hat mir:
- nix im Hotel vorhanden: kein Pool, keine Sauna, kein Fitnessraum (immerhin erklärt das, warum sie mir keinen Bademantel leihen konnten)
- kein HotSpot (es gab neben dem Frühstücksraum hoteleigenes Bezahl-WLAN, aber auf den Zimmern war nicht ein Netz zu empfangen. Was soll ich da mit meiner nicht funktionierenden HotSpot-Flatrate?)
- Frühstück nur "ok". Für das Geld hätte ich mehr erwartet. Nicht mal Lachs gab's.
- Zimmer nicht 100% in Ordnung (eine Lampe ging nicht, kein Stöpsel im Waschbecken, dazu die McGuyver-Aktionen - siehe unten)
Als ich nach den 6,5 Stunden Fahrt da total verdreckt und verschwitzt am Tresen stand, hat der Portier nicht schlecht geguckt. Sah wohl nicht aus wie de Standardklientiel :) Auf die Frage, ob man dann irgendwo sein Fahrrad abstellen kann (ich hatte die neumodisch geformten Ständer vor der Tür nicht registriert), sagte er erstmal: nehmen Sie es doch mit aufs Zimmer. Hätte ich vorher gewusst, wie groß die sind, hätte ich ernsthaft drüber nachgedacht.
Das Hotel war nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich da nochmal hingehen würde. Wenn ich in Bad Oeynhausen nochmal übernachte, suche ich mir was anderes und vergleiche vorher Preise. Ob ich nun statt 3 Minuten 10 Minuten zu Fuß zur Therme oder zum Kurpark oder zur Innenstadt laufe, ist mir ziemlich egal. Ich hätte ja auch ein Fahrrad dabeigehabt.
Bonuspunkte gibt es noch für die McGuyver-Aktionen, die mir den Aufenthalt etwas interessanter gestaltet haben:
Ich wollte doch einmal in meinem Leben Pay-TV mit auf meine Hotelrechnung setzen, der Fernseher wollte aber partout nichts anderes tun, als Fernsehen zu zeigen. Sämtliche Sonderfunktionen wie Hotel-Information, Bezahlprogramm usw. waren tot. Es gab auch keine Begrüßung auf dem Schirm, als ich ins Zimmer kam. Da der Rest funktionierte, die Fernsteuerung aber schwergängig schaltete, habe ich mir an der Rezeption neue Batterien für selbige besorgt. Ich bekam ein "na ja, in dem Zimmer funktioniert das nicht so ganz" zu hören. Warum geben die mir dann eigentlich das Zimmer?
Egal, wieder rumprobiert, keine Besserung. Da der Fernseher auf einem Drehpodest stand und ich nun wusste, dass auch das Personal das für nicht in Ordnung hielt, machte ich das, was jeder halbwegs technikversierte Mensch eigentlich als erstes macht: dran wackeln.
Siehe da, nachdem ich an einem der drei Kabel zum Fernseher gewackelt hatte, funktionierte dann auch alles.
Kommt denn da vorher keiner drauf?
Die zweite Aktion war die Badewanne.
Sehr schön, nach dem Radeltag einfach ins heiße Wasser zu springen und ein Buch zu lesen. Das mache ich ja immer gerne mal. Leider trübte die Tatsache, dass der Stöpsel nicht dichtete und mein Wasserstand ungewollt absackte, den Badespaß doch erheblich. Also was tun? Richtig, Hygienebeutel! Da gab es - wie hotelüblich - einen Spender im Badezimmer und die Dinger sind ja aus Plastik. Das abfließende Wasser wird den Beutel dann ansaugen und den Abfluss ordentlich verschließen.
Denkste!
Sobald das Verschließen des Abflusses die Strömung unterbrach, trieb der Beutel ganz von alleine nach oben und das Wasser floss wieder ab. Da waren nämlich noch kleine Luftbläschen im Beutel. Nun die Frage zum Mitdenken: Wie bekommt man alle Luft aus einer teilweise mit Luft gefüllten Plastiktüte?
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Lösung: Unter Wasser umkrempeln! Nach dieser geistigen Hochleistung habe ich dann auch endlich mein Bad genießen können.