An dieser Stelle sollte eigentlich ein Link auf die Meckerei zu meinem letzten, total dämlich zu bedienenden Funkwecker
stehen, aber den Blogartikel habe ich wohl damals gar nicht geschrieben! Fail meinerseits. Stellt Euch einfach vor, ich hätte schon mal qualifiziert über das gleiche Thema gemeckert und kann hiermit beweisen, dass das nicht besser wird…
Die Menschheit ist technologisch ganz gut unterwegs: Sie bekommt langsam das Problem mit dem Abreißen der ersten Blätter von einer Klopapierrolle in den Griff und auf dem Mond waren wir auch schon.
Zeitmesser gibt es schon sehr lange und spätestens seit der Lösung des
Längenproblems haben wir auch da eigentlich alles wichtige geschafft, was es zu tun gibt.
Na ja, nicht ganz. Seit sich mein depperter, blöd bedienbarer, aber immerhin funktionaler Funkwecker (siehe nicht oben – das schlimmste, was manchmal passierte, war, dass ich eine Stunde zu früh auf der Arbeit war…) sich nach einer ausgelaufenen Batterie komplett verabschiedet hat, war ich auf der Suche nach einem Ersatz. Handy am Bett ist doof Immerhin klingelt es morgens pünktlich.
Nach dem letzten Uhren-Desaster hatte ich mir fest vorgenommen, den Neuerwerb vorher im Laden zu testen und auf mögliche Designfehler abzuklopfen.
Darüberhinaus wurde mir angeraten, bloß nichts bei Tchibo zu kaufen, die könnten Kaffee, aber sonst nichts.
Was ich natürlich ignorierte.
Denn: Tchibo hat unter der Marke TCM aktuell einen Funkwecker im Angebot. Also mal im Laden ausgepackt und geprüft: Funkwecker, Batterie anbei, analoge Anzeige (Minuten-, Stunden- und Weckzeitanzeiger), ein Druckknopf "Snooze/Licht" (gut: oben drauf, nicht irgendwo versteckt), ein Drehknopf für die Weckzeiteinstellung und ein mechanischer Schiebeknopf für Wecker an/aus.
Zu Hause dann der erste Zweifel: Mist, der Wecker ist analog, der macht doch wohl nicht die ganze Nacht direkt neben meinem Ohr tick-tack? Nein, Glück gehabt: mangels Sekundenzeiger läuft er sehr ruhig. Nur beim ersten Fixen der Zeit über Funk rattert er etwas, weil sich die Zeiger da schnell drehen.
Also alles bestens!
Leider blieb es nicht dabei.
Die Zeit hat sich funksynchronisiert, ich stelle das Ding abends ans Bett, stelle die Weckzeit ein (das scheint vollmechanisch zu funktionieren, so wie sich das anfühlt), schalte den Weck-Knopf scharf und bette mich.
Nächster Morgen: Ich wache, wie sich das gehört (und ich habe bis heute nicht verstanden, wie ich das immer schaffe) drei Minuten vorm Wecken auf. Was ich da natürlich noch nicht wusste, da ich ja gerade aufgewacht war. Also die Drucktaste "Snooze/Licht" gedrückt und festgestellt: "Ah, gleich müsste er klingeln. Das warte ich mal ab, ich will das Wecksignal ja auch mal hören, dann drehe ich mich nochmal für drei Minuten um und mache die Augen zu."
*augenzumach*
*abwart*
*längerwart*
*einschlaf*
20 Minuten später: Huch, spät, warum hat hier nichts geklingelt?
Meine Schlussfolgerung (Programmierer lässt grüßen) ist folgende: Weil das alles so komisch halbmechanisch läuft (der Hinweis, dass man über die Snooze-Funktion das Klingeln maximal ca. 30-40 Minuten verschieben kann, schob mir eine Augenbraue hoch: Wozu soll das gut sein? Woran erkenne ich, wenn ich bei der letzten Verschiebung bin? Und klingelt er dann nochmal oder gar nicht?), ünterdrückt ein Einschalten der Beleuchtung (die Taste macht ja "Licht"
und "Snooze") nicht nur ein aktuelles Klingelsignal für die nächsten 3-4 Minuten, es unterdrückt im Falle von "es klingelt noch nicht" auch das
erstmalige Klingeln in den nächsten 3-4 Minuten.
Auswirkung siehe oben: Zu ungünstiger Zeit das Licht eingeschaltet, es klingelt nicht, man verschläft.
FAIL.
(Es könnte natürlich auch sein, dass der Wecker einfach kaputt war, aber meine Erklärung ist viel toller.)
Wenigstens nahm der Laden den Wecker anstandslos zurück (ich war mit meiner tollen Erklärung erst halb durch, als sie schon die Formulare ausgefüllt hat, was das wohl zu bedeuten hat?).
Nun bin ich also wieder auf der Suche.
Erkenntnis: Es ist noch viel schwieriger, einen funktionierenden Wecker zu finden, als ich sowieso schon annahm.
Also, ob wir wirklich schon auf dem Mond waren? Vielleicht haben die Mondverschwörer ja doch Recht.