So. Dieses Jahr hab ich manuell getippt, da ich keinerlei Zeit und Lust hatte, das zu automatisieren. Also einfach so grob auf Tabellenplatzierung und die letzten Spiele getippt und das Bauchgefühl walten lassen.
Dabei habe ich eine tolle Idee (genetischer Algorithmus) und sogar schon eine Beispielumgebung, in der sich die verschiedenen Algorithmen austoben können. Aber für die finale Implementierung und das Zusammenknoten der Spielergebnisse mit der Simulationsumgebung konnte ich mich nicht aufraffen. Meine Freizeit gab interessanteres her.
Ergebnis: Gnadenlos vorletzter Platz (irgendwer hat mittendrin nicht mehr mitgespielt, den hab ich dann eingeholt).
Immerhin war ich bei den Spieltagssiegen mit 5 Siegen vorne mit dabei.
Was in Kombination „ganz hinten, aber viele Spieltagssiege“ für mich bedeutet „hat so absolut keine Ahnung, dass er immer und ausschließlich dann punktet, wenn der Spieltag so unvorhersehbar gelaufen ist, dass jeder mit halbwegs Ahnung was komplett anderes getippt hat“.
Freuen kann ich mich darüber, dass ich, wenn ich nicht mal wieder das rechtzeitige Tippen eines ganz bestimmten Freitages vergessen hätte, definitiv einen Spieltagssieg mehr gehabt hätte. Dann wäre ich in der Disziplin „Tagessiege“ der beste gewesen. Das wäre ja mal die einzig notierenswerte Leistung in meiner gesamten Tippspielkarriere.
Na ja, das Leben muss so auch weitergehen. Es passieren genug andere schlimme Dinge.
Schade, dass unsere Tipptabelle schon der Frauen-WM weichen musste, ich kann die alten Daten nicht mehr einsehen. Ich wäre neugierig, ob ich, wenn ich meine vergessenen Tipps (das passiert ja ständig, ich hab mich ja schon ausgiebig drüber aufgeregt, ich hab einfach andere Sachen im Kopf, als an dieses blöde Tippen zu denken...) prozentual rausrechnen würde, vielleicht einen Platz höher käme.
Aber da die Tabelle schon gelöscht ist, ist das Makulatur.
Und Makulatur ist, wie ich letzten Freitag erfahren habe, nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern auch in Möbelhäusern und Baumarkten kaufbar. Ich habe gestaunt. Die allwissende Müllhalde stellt den naheliegenden Zusammenhang ganz gut dar.
978-1-84416-156-0
Nochmal Warhammer 40.000, nochmal düstere, beklemmende Zukunft. Ähnlich wie bei Gaunt's Ghosts: The Founding geht es auch diesmal wieder nicht um die genetisch überzüchteten unbesiegbaren Space Marines, sondern um mehr oder weniger einfaches Fußvolk.
Hier gibt es andere Einblicke in die gigantische Maschinerie des Imperiums:
Anstatt wie bei Gaunt's Ghosts einer Einheit von Soldaten zu folgen (ich hatte bei Gaunt immer das Bild eines russischen Kommissars ähnlich wie in Enemy at the Gates vor Augen) geht es diemal um eher geheimdienstliche Aktivitäten und Hexenjagden. Eisenhorn ist ein Inquisitor und als solcher auf der Jagd nach Außerirdischen, Dämonen, Heretikern und ihren Anhängern. Wo Gaunt's Ghosts eine Kriegsdokumentation war, geht es hier eher um Detektivgeschichten, bei denen gezielt ermittelt wird.
Dan Abnett schreibt wie gewohnt sehr gut (sein Stil gefällt mir mehr und mehr) und dieser dicke Sammelband (drei Einzelromane plus zwei Kurzgeschichten) hat mir echt gut gefallen, was meine Lesegeschwindigkeit bestätigt:
Dicker Brocken, ging aber weg wie nix.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Wenn am Ende eines jeden Buches der Bösewicht ausgemacht ist und die Verstärkung zum Stürmen seiner Bastion eintrifft, geht die finale Schlacht viel zu schnell vorbei. Da könnte Abnett ruhig noch ein oder zwei detailliertere Kapitel einschieben — dass er solche Kämpfe abwechslungsreich und spannend beschreiben kann, hat er in Gaunt's Ghosts ja bewiesen.
Alles in allem: Sehr gut. Auch das hier wäre wohl ein guter möglicher Ersteinstieg in das Warhammer 40k-Universum. Das Imperium, seine Strukturen, seine Bewohner und viele Hintergründe werden nebenbei erklärt und genauer vorgestellt.
Grmpf, das Buch war ja nur geliehen, das muss ich tatsächlich wieder
zurückgeben… Schade!
ISBN 978-0-141-32804-1
Ist schon ein wenig her, dass ich den Band gelesen habe. Grobes Fazit: Ganz nett, stellenweise witzig, inzwischen noch umfangreich abgedrehter als die Vorbände (man muss ja immer noch einen draufsetzen).
Keine Offenbarung der Schreibkunst, aber für den siebten Band ganz nett. Beim Potter war bei der Nummer schon lange die Luft raus. Das Buch ließ sich recht schnell und angenehm weglesen, mehr gibt's auch gar nicht zu sagen.
Nachdem ich es bei meinem letzten MP3-Player, einem Sanza Shuffle (wird leider nicht mehr verkauft, ich hätte gerne nochmal so einen!), nicht geschafft habe, über ihn zu bloggen, bevor er in die ewigen Elektronikjagdgründe eingegangen ist, schreibe ich jetzt schnell mal ein paar Worte zu meinem Neuerwerb. Es handelt sich um einen TrekStor i.Beat GhettoBlaster mini. Eckdaten:
- MicroSD-Slot (2GB-Karte dabei)
- interner Akku, Aufladen über USB
- spielt MP3, OGG, ...
- interner Lautsprecher
- klein und leicht
- Kopfhörer dabei
Ich habe ihn jetzt in Kroatien dabeigehabt und mir die Reisezeiten und Radtouren (zumindest die Bergfahrten - da kann man sich eh nicht unterhalten *schnauf*) verschönert. Im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger, dem singenden Salzstreuer, ergibt sich folgendes:
+ spielt OGGs! unglaublich! ich muss nicht mehr alles umkodieren!
+ hosentaschentauglich, sehr praktisch beim Radeln
~ mitgelieferte Kopfhörer genauso lausig wie beim Sanza
- die Betankung ist schweinelangsam (~350kb/s, scheint aber an der Karte zu liegen, mein USB-Cardreader kann das auch nicht schneller)
- ist schon einmal beim Betanken abgestürzt, ich musste anschließend die Karte neu formatieren
- nicht so schön am Fahrrad zu befestigen wie der Sanza (der hatte nen Karabiner, war schnell zu montieren und hat aus dem vorderen Fahrradkorb direkt nach oben zum Fahrer geschallt)
- kein Wechselakku (der Sanza schluckte zwei AAAs, da hab ich einfach immer Ersatz in den Rucksack gesteckt)
Auf die mitgelieferten Knopf-Kopfhörer sollten dringend noch Felle drauf (irgendwo hab ich hier Ersatzfelle verbuddelt...), wenn man mit 40 Sachen einen Berg runterrollt, hört man vor lauter Fahrtwind gar nichts mehr.
Die vergangene Woche hat er sich gut gemacht. Für spontan gezahlte 25 EUR kann ich echt nicht meckern. Insbesondere die Fähigkeit, OGGs abzuspielen, kann bei meiner Musiksammlung punkten. Ich muss aber noch ausbaldowern, wie ich das Ding ans Fahrrad montiert bekomme, um den Außenlautsprecher zu nutzen.
978-0-7564-0474-1
„Hier.“ „Was ist denn das?“ „Lies einfach, ist gut.“ „Aber ich habe doch keine Zeit!“
Die hab ich mir im Urlaub dann aber doch genommen und es hat sich gelohnt!
The Name of the Wind ist das Erstlingswerk von Patrick Rothfuss. Es ist ein Fantasy-Werk, in dem ein alter Tavernenbesitzer seine Lebensgeschichte erzählt — offensichtlich war er mal ein richtiger Held und hat so einiges mitgemacht. Das Buch besteht also aus vielen Rückblenden, die miteinander verflochten sind. In diesem Band (es werden wohl insgesamt drei) geht es um seine Jugend. Der Vergleich mit Harry Potter drängt sich auf, da er an der Universität Magie lernen will und irgendwie bei allem, was er so anstellt, überdurchschnittlich begabt ist. Aber irgendwie ist das Buch ganz anders.
Fasziniert hat mich die schon fast wissenschaftliche Aufarbeitung des ganzen: Das Magiesystem ist sehr physikalisch ausgelegt (es gibt z.B. einen Energieerhaltungssatz), es wird sich über unnütze Politik oder zersplitterte Währungs- und Einheitensysteme lustig gemacht und so weiter, das ist recht intellektuell. Die gesamte Kultur scheint, obwohl sie vorindustriell ist, extrem fortgeschritten zu sein: Die Medizin hat sehr gute Erkenntnisse, es gibt hochentwickelte Metallurgie und ähnliches. Die Universität heißt nicht umsonst so.
Auf der anderen Seite hat das Buch aber auch seine heiteren und leichten Seiten: Die handelnden Figuren scherzen durchaus mal und es kommen diverse anzügliche und doppeldeutige Bemerkungen vor. Das ist a) genau auf meiner Wellenlänge und b) in meinen sonstigen Büchern eher nichtexistent. Trotzdem ist das Buch keine Komödie, das Leben damals ist kein Zuckerschlecken, besonders nicht, wenn man sich als Vollwaise in einer dreckigen Stadt als Bettler durchschlagen muss.
Rothfuss lässt sich in diesem ersten Band viel Zeit und beschreibt genau und detailliert und so kann es gerne auch weitergehen: War schade, als es zu Ende war, da hätte er noch viel mehr erzählen können!
Der zweite Band ist schon bestellt. Die Amazon-Kommentare sind da leider nicht mehr ganz so begeistert wie vom ersten Band, aber davon werde ich mich selbst überzeugen.
Faszinierend.
Vor zehn Tagen gekauft. Acht Tage lose im Rucksack durch die Gegend gekullert, währenddessen dreieinhalb Stunden im Flugzeug, fünf in der Bahn und mehr 150km mit dem Fahrrad durch Kroatien miterlebt. Sieht, von einigen ganz kleinen Dellen abgesehen, immer noch aus wie am ersten Tag.
Es lebe die Nahrungsmittelkonservierung.
Kuno der Calamari und eine Flasche Kirschbrandy.
Ersterem lief ich in einem Krimskramsladen an der Strandpromenade in Baška über den Weg. Da ich vor der Rückreise noch die letzten Kuna auf den Kopf hauen wollte (was auch fast punktgenau geklappt hat, nur das letzte Radler habe ich mir dann spendieren lassen müssen... danke ;-), ich auf komisches Zeugs stehe und er farblich perfekt zu meinem komischen Sofa passt, musste er einfach mit. Und da uns weder Orakelkrake Paul eingefallen ist noch jemand an Admiral Ackbar gedacht hat, heißt er jetzt Kuno. Was ich in Anbetracht der naheliegenden, lahmen Alternativen retrospektiv richtig kreativ finde.
Der Krischbrandy lief mir auf der Besichtigung des Weingutes BIBICh über den Weg. War sehr nett dort — wir haben mehrere Weine verprobt, dazu gab es richtig gute Cannapées, die alleine schon den Besuch gerechtfertigt hätten. Leider wurde der richtig gute Merlot aus dem großen Stahlfass noch nicht verkauft, so dass ich mich im Hofladen nach etwas anderem umgeguckt habe. Die dortige kleine Schnapsverköstigung hat mich dann aber sehr schnell zuschlagen lassen (Zitronen-Brandy habe ich auch probiert - riecht zwar besser, schmeckt aber nicht).
Und jetzt mit der Flasche im Schrank fühle ich mich richtig alt! Wenn das nächste Mal Besuch kommt, kann ich sagen: „seht her, ich habe einen richtig guten Kirschbrandy aus dem Urlaub mitgebracht, den kann man nur vor Ort kaufen*, den müsst ihr probieren, trinkt noch einen.“
Dann klinge ich wie meine Eltern.
* oder in den USA, dahin exportieren die, nach Deutschland leider nicht
Ich habe die Angewohnheit, bei längerer Abwesenheit in meiner Wohnung die ungenutzten Stromkreise am SIcherungskasten abzuschalten. Verbleiben tut natürlich der Stromkreis Küche-Süd, an dem der Server hängt. Da gibt's dann nur eine Testauslösung des FI-Schalters, um zu gucken, ob die kleine USV auch so anspringt, wie sie soll.
Ebenjenes Teil ist seit einiger Zeit kaputt, ich lebe also ohne USV, da ich noch keine neue gefunden, geschweige denn bestellt habe. Ergo habe ich den Server im letzten Urlaub dann tatsächlich mal ausgeschaltet. Ebenso den dazugehörigen Stromkreis.
Ergebnis (es ist jetzt grad mitten in der Nacht, ich habe jetzt Flieger - Bahn - Taxi hinter mir und bin vor 15 Minuten zur Tür reingekommen (ich weiß: ja, was bloggt der denn jetzt schon wieder, kann der nicht schlafen?)):
Ein in der letzten Woche wunderbar abgetauter Kühlschrank samt Eisfach. Das kann ich dann komplett entsorgen, da weiß ich, was ich morgen mache. Ich werde über Pfingsten verhungern, ich hatte extra noch Vorräte für das lange Wochenende gehamstert!
Positiv: Meine Kühl-Gefrier-Kombination ist erwiesenermaßen gefühlsech^wgeruchsdicht.
Mehr Infos dann später, nach dem Schock geh ich jetzt wirklich erstmal pennen, glaub ich.
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